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Blutegelbehandlung

Blutegel (Hirudo medicinalis) sind naturgeschichtlich eine sehr alte Tierart. Sie haben sich über Millionen von Jahren in der Evolution behauptet und mit ihrer medizinischen Wirkung bei bestimmten Erkrankungen der Säugetiere zur Linderung bzw. Heilung geführt.

Der Blutegel verfügt unter anderem über Thermorezeptoren als Sinnesorgane, die ihn zu Wärme ausstrahlenden Hautstellen leiten. Zum Beispiel Entzündungen können eine lokale Erwärmung der Haut hervorrufen, da diese Stellen stärker durchblutet werden. Dies sind dann Stellen, an denen der Blutegel bevorzugt beißt.

Für die Blutegelbehandlung wird die vorgesehene Stelle rasiert und gereinigt. Der Therapeut setzt den Blutegel an die entsprechende Behandlungsstelle. Nach einem Moment beißt der Blutegel zu. Sofort nach dem Biss beginnt der Blutegel damit, seinen Speichel, Saliva genannt, in die Wunde zu geben.

Durch den Speichel wird an dieser Stelle, das Blut des Patienten in einem Radius von bis zu ca. 10 Zentimetern stark verdünnt und fließfähig gemacht. Nach kurzer Zeit beginnt der eigentliche Saugprozess des Egels. Während des gesamten Saugprozesses gibt der medizinische Blutegel seinen Speichel in die Wunde ab. Der Blutegelspeichel enthält viele verschiedene Inhaltsstoffe, die die lokale Behandlung positiv beeinflussen.

Der Blutegelspeichel wirkt unter anderem blutgerinnungshemmend, antiphlogistisch (entzündungshemmend), durchblutungsfördernd und analgetisch (schmerzlindernd). Nach ca. 30 Minuten ist der Blutegel satt und beendet seine Arbeit ganz von alleine. Er lässt sich dann einfach fallen. Die Bissstelle blutet danach noch einige Stunden nach. Das ist wünschenswert und gewollt. Die Wunde braucht nicht zwingend abgedeckt werden, da durch die Nachblutung eine Selbstreinigung der Wunde stattfindet. In wenigen Fällen kommt es an der Bissstelle zu einer geringen Schwellung und Erwärmung durch den Egelbiss, welche dann nach 24 Stunden meist von selbst verschwindet. Die Blutegelbehandlung ist für den Patienten schmerzarm und wird meistens gut akzeptiert.

 Indikationen für eine Blutegelbehandlung beim Pferd sind unter anderem:

  • Gelenksentzündungen
  • akute Hufrehe
  • Hämatome (Blutergüsse)
  • Ödeme
  • Hufrollenentzündungen
  • Phlegmone (Einschuss)
  • Arthrose, z.B. Spat oder Schale
  • Thrombophlebitis
  • Sehnenentzündungen
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • schlecht heilende Wunden
  • Schleimbeutelentzündungen
  • Schwellungen und Prellungen
    u.v.m.

 

Indikationen für eine Blutegelbehandlung beim Hund sind unter anderem:

  • HD (Hüftgelenksdysplasie)
  • Leckekzem
  • Othämatom (Blutohr)
  • Arthrose
  • Liegewunden
  • Sehnenentzündungen
  • schlecht heilende Wunden
    u.v.m.